echtHoerbuch Logo
23.08.2019
Hörbuch-Suche:
Hörbücher
   Startseite
 News
 Neue Hörbücher
 Genre
 Autoren
 Titel
 Verlage
 Serien & Reihen
 Sprachen
 Altersempfehlung
 Preis
  Empfehlungen
   Fantasy
 Altern
 Fremdsprachen
 Kinder
 Krimi/Thriller
 Literatur
  Service
   Pressemeldungen
 Links
  Über uns
   Impressum
 Datenschutz


Spar-Tipps

 

 Hörbücher
Hören statt langweilen!


Hörbuch ISBN 3785713290
Inhaltsangabe des Verlags

Hollywood 2001: Paul Spense, in die Jahre gekommener abgehalfterter Hollywood-Schauspieler mit deutschen Wurzeln, schlägt sich mit kleinen Rollen und Alkohol durchs Leben. Er träumt davon, aus der Filmmaschine auszusteigen und in Europa noch mal ganz von vorn anzufangen.
Der Traum erfüllt sich auch- aber anders, als Spense es sich gedacht hatte: Nach einem Unfall in den Hollywood-Hills findet er sich in Berlin wieder- allerdings im Jahr 1941 und dort gerät der Mime in echte Schwierigkeiten. Er fällt in die Hände der Gestapo....

Titel

Blackout

 
AutorFrank Gustavus
GenreHorror/Mystery
Krimi/Thriller
Abenteuer
ArtHörspiel
SprecherHelmut Krauss
Dietmar Mues
Ulrike Frank
Lutz Mackensy
Jürgen Thormann
Achim Schülke
Katrin Gerken
Jona Mues
Volker Bogdan
Franz Josef Steffens
Aranka Mamero-Jaenke
Robert Missler
Werner Cartano
Steffen Przbyl
Thorsten W. Weber
Antje Seibel
Frank Gustavus
Hörprobe
VerlagRipper Records
Veröffentlichung 0
CDs1
ISBN9783785713297  (früher 3785713290)
Preis CD
15,95 € (unverbindliche Preisempfehlung)
CD Kauf
bestellen
Dauer58 min
 


Unsere Rezension  

Ein gut gemachtes, ungewöhnliches und interessantes Hörspiel. Die Story spielt in einem Aufsehen erregenden Umfeld, Deutschland im Dritten Reich. Dieser Geschichtliche Hintergrund macht das Hörspiel interessant und spannend. Es ist eigentlich mehr die Atmosphäre aus Angst und Schrecken, welche "Blackout" so hörenswert macht. Die Geschichte selbst ist zwar auch originell und unterhaltsam, aber in einer anderen Zeit angesiedelt würde sie einiges von ihrem Glanz verlieren.
Die Spannung der Handlung selbst schwankt ein wenig. Zu Beginn ist es so lala, nicht aufsehen erregend, aber auch nicht langweilig. Dann mit einem Schlag wird das Stück im höchsten Maße spannend. Es folgen aber sehr schnell zwei kleine Fehler, die demjenigen, welcher sich für die damalige Zeit ein wenig interessiert, stark auffallen: das Murren des Professors einem Fremden gegenüber. Damals hätte niemand gewagt, so offen einem Fremden gegenüber sein Missfallen kund zu tun. Und auch die Aussage "australischer Kriegsberichterstatter" war im Hitler-Deutschland während des zweiten Weltkrieges nicht sehr clever, denn Deutschland war auch mit Australien im Krieg, und es ist klar, dass kein Reporter aus Australien so mal eben durch die Strassen läuft und das jedem erzählt. Die Geschichte bleibt aber nichts desto trotz auf sehr hohem Niveau, spannend und unterhaltsam. Kurz vor Ende denkt man dann aber wieder, dass Ende ist ein wenig simpel, wie es so nebenbei an einem vorbei rauscht. Und doch ist man am Ende wieder sehr überrascht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Geschichte sehr ungewöhnlich, interessant und empfehlenswert ist. Und der ein oder andere jüngere bekommt vielleicht ein bisschen davon mit, wie die Zeit damals so war.

Unsere Rezension  

Ein Meisterwerk. Virtuos, souverän, eigenwillig.

Die Wirklichkeit beginnt, wo die Träume enden: Der in die Jahre gekommene, abgewrackte Hollywood-Schauspieler Paul Spense hofft, dass aus seinem Traum, in Europa noch einmal einen künstlerischen Neubeginn mit einem anspruchsvollen Film über die Flucht einer schwangeren Frau aus Nazi-Deutschland zu schaffen, eines Tages doch noch Wirklichkeit wird. Diese Hoffnung, aber auch seine Fluchten in Koks, Alkohol und Zynismus, lassen ihn die Demütigungen von Regisseuren, den Hohn von Produzenten und den eigenen Verfall leidlich ertragen. Paul Spense ist im funktionierenden, profitorientierten Hollywood der Jungen und Schönen ein Loser. Ein Unfall katapultiert ihn nach ...ja, wohin eigentlich? Ist es wirklich das Berlin von 1941, in dem er erwacht? Oder ist es nur wieder sein Tagtraum von einem Nazi-Drama in Cinemascope? Dafür sind die Eindrücke dann doch zu real – die Geräusche, die Gerüche, der Rauch in der Tingel-Tangel-Kneipe „Zigeunerkeller“ und die Schmerzen von den Folter-Verhören der Nazi-Offiziere. Das Gespinst seines Traumes (oder seiner Wirklichkeit?) zieht sich immer enger um ihn zusammen. Sein Psychiater rät: „Übernehmen Sie einfach die Regie in Ihren Träumen...“. Doch dazu ist er längst zu tief verflochten - im Netz von Wirklichkeit und Illusion.

Noch eine ganze Weile nach dem Ende der CD ist man still, ganz benommen von diesem akustischen Bilderrausch. Autor Frank Gustavus, zu Recht viel gelobt für seine Jack the Ripper-Adaption, ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und plagiert nicht einfach nur sein Erstlingswerk. Er hat es sich nicht leicht gemacht, sich nicht wiederholt, sondern einen Stoff erdacht, der dem kommerziellen Hörspiel neue, ungewohnte Motive erschließt. Von einer Hollywood-Party bis in die Folterkeller des NS-Regimes werden wir mitgenommen. Sicher und klug in der Wahl der Stilmittel vermeidet es der Autor, Stellung für die eine oder andere Realitäts- bzw. Traumebene zu beziehen. Beides ist immer gleich real, gleich möglich: Die Nazis des Berlin von 1941 sind stellenweise belastend lebensecht, und dann entsprechen sie auch wiederum Abziehbildern tumber deutscher Bösewichter aus schlechten B-Filmen. Sie sind Charaktere und Karikaturen zugleich, so wie die Story Realität und Filmkulisse gleichzeitig ist. Wirklichkeitsnah und dann doch wieder blechern künstlich, auch im Sound. Der Film im Film? Das Hörspiel als doppelbödiges Vexierspiel. Beispielhaft genau und liebevoll werden Figuren und Ambiente gezeichnet – vom Dialekt bis zum Lokalkolorit stimmt einfach alles. Die mitreißenden, Gänsehaut erzeugenden Sprecherleistungen von Lutz Mackensy, Dietmar Mues oder Ulrike Frank tragen das ihre dazu bei. Und jeder, der künftig versucht, Traumsequenzen in Collagentechnik zu erzählen, wird sich immer an dem atemberaubenden Track 11 („Der Pool“) messen müssen – besser geht es nicht! Man versinkt förmlich im Bassin der Zeitebenen. Unselbständige Hörer sollten nicht erwarten, dass ihnen am Schluss eine eindeutige, endgültige oder auch nur logische Erklärung für Paul Spense’s Zeitreise gegeben wird. Nein, warum der Imagination Fesseln anlegen? Die wahren Abenteuer sind im Kopf – und sind sie nicht im Kopf, sind sie nirgendwo (Andre Heller). Jeder wähle seinen eigenen Blickwinkel, beurteile für sich selbst, welche Realität die wirklichere ist. Ripperrecords haben ein ungewöhnliches Hörspiel, sicher eines der interessantesten des Jahres geschaffen. Die Qualität des Erstlings wurde nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Und man darf gespannt sein, ob Frank Gustavus dieses Level auch weiterhin halten kann.

Ihr Kommentar

sehr kurzweilig

Weitere Hörbücher des Autoren
 Gesucht: Billy the Kid
 Jack the Ripper  



(© echthoerbuch.de 26.04.2019)
 



© Alle Rechte vorbehalten, echtHoerbuch 2019  Datenschutzerklärung    Impressum
Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. This website is using cookies. If you are using this website, we assume your agreement. Datenschutzerklärung