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Hörbuch ISBN 3829124473
Inhaltsangabe des Verlags

Etwas wirklich Aufregendes ist in dieser Kleinstadt noch nie passiert. Die Bundesgartenschau machte in den 70ern Station und Robert Redford nächtigte einmalig in den 80ern wegen Schneeverwehungen, die ein Weiterkommen unmöglich machten. Irgendwo dort, in einem mittelständisch geprägten, unaufgeregten Ort in Deutschland, entspinnt sich ein Kampf zweier Personen und Kulturen, der in dem bis dato ruhigen Fleck Schlagzeilen produzieren wird…


Viel Industrie gibt es hier. Gemütslage und Weltanschauung sind als konservativ zu bezeichnen. Und viele Türken leben hier, manche bereits in der 4. Generation. Alles geht seinen Gang, bis die türkische Gemeinde einen neuen Imam bekommt: Nuri Hodscha kündigt zum Einstand an, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Ohne die Behörden informiert oder die Bürgermeisterin gefragt zu haben! Ursel Piepenkötter, routinierte und einflussreiche CDU-Statthalterin, muss um ihre Popularität fürchten - so kurz vor der sicher geglaubten Wiederwahl. Sie sieht allerdings die Gelegenheit, durch eine wohldosierte Balance zwischen Populismus und Tatkraft ihre Beliebtheit noch zu steigern. Doch als sie Nuri Hodscha in aller Öffentlichkeit bloßstellen will, stellt sie fest, dass der ein mit allen Wassern gewaschener Gegner ist. Intellektuell wartet der verschmitzte Muslim mit allerlei Überraschungen auf. Kuhhändel und Deals werden eingefädelt, Scharmützel wechseln mit Trommelfeuer ab und die Visiere werden mal offen, mal verdeckt eingesetzt. Kurz - es entwickelt sich ein Stakkato von Aktionen und Gegenmaßnahmen, das die Beschaulichkeit des Städtchens recht abrupt beendet.
Höchst amüsant bedient und verwirft Birand Bingül die zu erwartenden Klischees. Die komischen, teils absurden Dialoge - inklusive des Zwiegesprächs des frommen Gottesmannes mit Allah - werden nicht nur alle Don Camillo und Peppone-Fans begeistern. Sehr detailliert und mit viel Situations- und Wortwitz zeichnet der Autor hier ein Bild, das letztlich - trotz einiger Überzeichnungen - gar nicht so weit von der Realität entfernt ist oder zumindest sein könnte.

Titel

Der Hodscha und die Piepenkötter (Autorenlesung)

 
AutorBirand Bingül
GenreHumor
Literatur
Roman
Artgekürzte Lesung
SprecherBirand Bingül
VerlagDeutsche Grammophon
Veröffentlichung20.5.2011
CDs4
ISBN9783829124478  (früher 3829124473)
Preis CD
16,99 € (unverbindliche Preisempfehlung)
CD Kauf
bestellen
Dauer292 min
 


Unsere Rezension  

Ursel Piepenkötter, amtierende Bürgermeisterin und kurz vor der anstehenden (Wieder)Wahl ahnt nichts Gutes, als die örtliche türkische Gemeinde plötzlich ein neues geistliches Oberhaupt bekommt. Wie sie schnell feststellt, hat sie der Schein nicht getrogen, denn Nuri Hodscha, der neue Imam, kündigt an, eine neue Moschee bauen zu wollen. Um ihren Beliebtheitsgrad zu steigern, möchte sie ihn vor ihrer Partei vorführen, hat aber nicht mit seiner Schlagfertigkeit gerechnet. Die beiden stellen schnell die Fronten klar und stehen sich vortan in ihrer Skrupellosigkeit, wenn es darum geht, ihre Ziele zu erreichen, in nichts nach. Beide spannen sogar ihre Kinder ein, um den anderen auszuspionieren. Dieser Schuss geht allerdings nach hinten los, den Hodschas Tochter und der Sohn der Piepenkötter finden sehr schnell großen Gefallen aneinander.

So hat man es in diesem Roman also nicht nur mit einer Erzählung à la "Don Camillo und Peppone" zu tun, sondern auch mit einer Liebesgeschichte in Richtung "Romeo und Julia". Wen diese Ähnlichkeiten, wie auch Hodschas Gespräche mit Allah, die seinerzeit Don Camillo mit Gott führte, nicht stören, den erwartet humorvolle und auch einfühlsame Unterhaltung, da die Themen Religion und Integration eine wichtige Rolle spielen.

Leider kommen der Wortwitz und die Dramatik nicht so ganz beim Hörer an, was an der Lesung des Autors Birand Bingül liegt. Zwar versucht er zu betonen und zu akzentuieren, aber es gelingt ihm nur teilweise. Wenn z.B. Reporter aufgeregt von der Endphase der Wahl berichten oder das spannende Fussballfinale dargestellt wird, dann liest er dies eben nur vor, lebt es aber nicht. Zu ruhig und monoton kommt seine Lesung herüber, wodurch der Hörer bei dem jeweiligen Geschehen nicht mitfiebert. Für den gefühlvollen Part zwischen den Liebenden eignet sich sein Vortrag dagegen schon mehr.

Wer diesen Roman in seiner ganzen Intensität erleben möchte, der sollte eher zum Buch greifen und auf die "altmodische Art" selber lesen. Abzuraten ist vom Kauf des Hörbuches sicher nicht, aber es ist auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen.




(© echthoerbuch.de 26.04.2019)
 



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