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 Hörbuch-News
7. Hörspielsymposion an der Eider


Pressemeldung vom Nordkolleg, Rendsburg:

7. Hörspielsymposion 25. bis 27. Juni 2009 an der Eider: Krisen, Kriege, Katastrophen – und wie Hörspiel, Feature und Radiokunst darauf reagieren

Seit seinen frühen Tagen ist das Radio ein Medium der schlechten Nachrichten. Die radiophone Urszene, die die Schrecken des Realen mit ihrer Übertragung in Echtzeit koppelt, war die Liveübertragung der katastrophalen Landung des Luftschiffes Hindenburg in Lakehurst am 6. Mai 1937 von der der Reporter Herbert Morrison hörbar entsetzt berichtete. Gut ein Jahr später versetzte Orson Welles mit seinem Hörspiel »The War of the Worlds« Teile der Bevölkerung in Panik. In der Folge explodierten im kleinen Städtchen Grovers Mill – »dort wo die Marsianer gelandet waren« – die Grundstückspreise und bis heute erinnert dort ein Denkmal an das berühmteste Hörspiel der Gattungsgeschichte.

Die virtuellen Ereignisse, die heute die Realität bestimmen, haben ihren Ursprung eher in der Ökonomie als in der Kultur. Eine neue Autorengeneration analysiert deren Krisenphänomene und verarbeitet sie formbewusst in ihren Kunstwerken, die immer auch eine Selbstreflexion ihres Mediums sind. Für den bildende Künstler und Hörspielautor Eran Schaerf, sowie der Autor und Musiker Albrecht Kunze ist das Radio der Daten- und Resonanzraum ihrer künstlerischen Produktion.

Besonders heftig spielt die Re-Mohammed-Ty-[Radio-]Show in Christian Lollikes Hörspiel »Underværket« (Das Wunderwerk), das während des Karikaturenstreites entstanden ist, auf der Klaviatur moderner Radioformate. Das Stück wird in der dänischen Originalfassung (mit deutscher Übersetzung) präsentiert. Auf der anderen Seite verarbeitet der Komponist Ronald Steckel behutsam die O-Töne aus dem New York des 11. September zu einem Requiem.

Ihre Recherchen in außereuropäischen Krisengebieten haben die Schriftstellerin Kathrin Röggla und die Komponistin Ulrike Haage in je eigenen Werken verarbeitet, während der bildende Künstler und Unternehmensberater Armin Chodzinski Unternehmenskulturen anhand ihrer akustische Realisierungen in Firmenhymnen analysiert und die Featureautorin und Kritikerin Brigitta Lindemann Möglichkeiten der Subversion untersucht.

Das 7. Hörspielsymposion an der Eider findet mit freundlicher Unterstützung der Medienstiftung Hamburg/Schleswig-Holstein statt und richtet sich an Hörspiel- und Feature-Macher (Autoren / Regisseure / Komponisten / Dramaturgen) sowie an alle Hörspielbegeisterte.

Das Programm des Symposions steht hier zum Download bereit:
 www.hoerspielsymposion.info

(© echthoerbuch.de 05.05.2009)
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