18.06.2018
   
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Hören statt langweilen!


Hörbuch ISBN 393912107X
Inhaltsangabe des Verlags

Marc Dutroux - ein belgischer Albtraum

Befreiung zweier Mädchen aus einem Martyrium - die Kleinere, Sabine Dardenne, war 80 Tage in den Händen des perversen Pädophilen Marc Dutroux.

Erst 9 Jahre später steht das Opfer dem Täter gegenüber - im Gerichtssaal. Kaum 20 Minuten dauert die Begegnung mit dem Mann, der ihr auf grausamste Weise die Kindheit nahm. Zu kurz, um der aufgestauten Wut und dem verdrängten Schmerz Luft zu machen.

Wie Sabine Dardenne in ihrem Bestseller verzichtet dieses Hörbuch auf die Darstellung der täglichen Misshandlungen und beschränkt sich darauf, die Manipulation an der damals 12-Jährigen zu beschreiben - denn niemand darf einem Perversen den Gefallen tun, ein solches Hörbuch als Anregung für seine abartigen Phantasien zu nutzen.

4 Mädchen hatten den Albtraum Marc Dutroux nicht überlebt.

TitelIhm in die Augen sehen 
AutorSabine Dardenne
GenreBiographie
ArtLesung
Sprecher
VerlagLifeTime Verlag
CDs6
ISBN9783939121077  (früher 393912107X)
Preis CD
17,95 € (unverbindliche Preisempfehlung)
CD Kauf
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Unsere Rezension  

Sabine Dardenne arbeitet in ihrem Buch die Geschehnisse rund um die Entführung, Gefangennahme und Folterung durch Marc Dutroux auf. Zu allererst: es handelt sich hier um kein Skandal-Hörbuch, spektakulär, aber nur zum abkassieren geschrieben. Die Autorin beschränkt sich in ihren Schilderungen darauf, wie der Alltag während der 80 Tage Gefangenschaft verlief. Auf die Misshandlungen geht sie nicht weiter ein, schon alleine aus Respekt vor sich selbst. Wer also ein unterhaltsames Skandalhörbuch genießen möchte, wird seine Bedürfnisse nicht befriedigt bekommen. Dies ist das erste von einigen, noch folgenden Komplimenten.
Die Handlung besteht aus zwei Teilen: zum einen aus dem Bericht über die Entführung, die Gefangenschaft und Befreiung, zum anderen über das Leben danach, über die Wiedereingliederung und den Versuch, wieder ein normales Leben aufzunehmen. Hauptsächlich berichtet Frau Dardenne über die ersten Monate nach der Befreiung und über die Gefühle während des Haupt-Prozesses gegen Marc Dutroux Jahre später.
Der erste Abschnitt ist hart zu hören. Trotzdem oder gerade weil die Autorin nicht auf die konkreten Misshandlungen eingeht, trifft einem das ganze tief unter der Haut. Marc Dutroux hat die Mädchen, welche er entführte, nicht nur körperlich verletzt, mindestens genauso schlimm, vielleicht noch schlimmer sind die psychischen Verletzungen, welche er ihnen beibrachte. Er hatte Kinder vor sich, die noch leicht manipulierbar waren, und spielte sie mit falschen Geschichten gegen ihre Eltern aus, lies sie wissen, dass ihre Eltern angeblich nicht mehr nach ihnen suchen würden. Und die Kinder glaubten das. Solche Dinge zu hören fällt stellenweise verdammt schwer, und erschüttert mehr als jedes Horror-Hörbuch.
Doch auch nach der Befreiung hört die Geschichte ja für ein solch traumatisiertes Opfer nicht auf, und Gott sei Dank das Hörbuch auch nicht. Denn wie man mit solchem Wissen umgehen kann vermag keiner zu beurteilen, der dies nicht selbst erlebt hat.
Warum hat Sabine Dardenne diese Buchvorlage verfasst? So ungewöhnlich dieses Hörbuch auch sein mag, und dadurch letztlich zugegebenermaßen auch spannend für den Hörer, was bewegt ein Opfer dazu, so viel aus ihrem Leben bloßzulegen? Zwei Aspekte trieben Frau Dardenne: zum einen aufzuklären, zu schockieren, aufzurütteln und vor allem: zu verhindern. Zum anderen die persönliche Aufarbeitung. Geld war sicherlich keine Triebfeder für sie, denn wenn das ganze erfolgreicher hätte sein sollen, hätte sie nur mehr pikante Details nennen müssen. Aus welchen Gründen sie das ganze geschrieben haben mag, hören kann man es aus erster Linie aus Interesse. Ich denke, dass es aufgrund des zurückhaltenden und respektvollen Inhalts kein Voyeurismus ist, wenn man sich „Ihm in die Augen sehen“ anhört. Zum anderen bewirkt es aber auch etwas, denn tatsächlich schärft es das Bewusstsein, und man macht sich Gedanken, wie man so etwas in Zukunft verhindern kann. Positiv fällt auf, dass Frau Dardenne keine Lösungen dafür anbietet, denn einfache Forderungen machen hier sicherlich keinen Sinn. Sie lässt den Hörer darüber nachdenken, was solche Dinge verhindern kann: mehr und bessere Gefängnispsychologen, längere Strafen für Sexualstraftäter, stärkere Jugendarbeit auf der Straße statt Schließung von Jugendzentren? Dies alles sind Gedanken, welche einem selbst beim Hören kommen, man bekommt sie nicht aufdoktriniert
Fazit: ein knallhartes, aber sehr empfehlenswertes Hörbuch, in welchem sich Sabine Dardenne ohne Sensationslust und respektvoll ihrer eigenen Geschichte nähert.




(© echthoerbuch.de 05.05.2009)
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