20.09.2018
   
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Hören statt langweilen!


Hörbuch ISBN 398072896X
Inhaltsangabe des Verlags

Die Geschichte des Jazz muss neu geschrieben werden, so viel steht fest. Der Free Jazz, der große Aufbruch der freien Musik in den sechziger Jahren hatte nicht in New Yorker Untergrundbars seinen Ursprung, sondern im Keller des Turnvereins einer westdeutschen Kleinstadt. Nicht Cecil Taylor oder Bill Dixon waren die Protagonisten, sondern Paul Trombeck und sein Freund Hans Notenbast. Inzwischen geht Paul Trombeck auf die Siebzig zu und findet, dass es Zeit ist, seine Geschichte zu erzählen. Vom Mief und Frust der Jugend in den Fünfzigern. Von Musik als Mittel, sich zu wehren. Vom Bebop, der aufregend, aber schwer zu spielen war. Und warum sie den Free Jazz erfinden mussten: "Aus Rache. Damit jeder deutsche Vater und jede deutsche Mutter ein für alle mal wussten, dass Jazz genau so schrecklich war, wie die Nazis immer behauptet hatten."

Der Schlagzeuger und Autor Dietrich Rauschtenberger verarbeitet in dem satirischen Hörspiel Autobiographisches: er spielte in den frühen 60er Jahren im Trio mit Peter Brötzmann und Peter Kowald, die als führende Vertreter der frei improvisierten Musik in Deutschland gelten.

TitelWie wir den Free Jazz erfunden haben 
AutorDietrich Rauschtenberger
ArtLesung
SprecherRolf Becker
Verlagguanako audio
CDs1
ISBN9783980728966  (früher 398072896X)
Preis CD
15,00 € (unverbindliche Preisempfehlung)
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Unsere Rezension  

Ist dies ein Jazz-Hörbuch oder eine Parabel auf die Suche nach gesellschaftlicher Freiheit? Schwer zu sagen. Je nachdem, wie man an das Stück heran geht, ist es auch unterschiedlich zu bewerten.

Der Jazz-Liebhaber, der dies hören möchte, wird die Geschichte an sich genießen, denn wie man schon an der Eingangsfrage sieht. „Wie wir den Free Jazz erfunden haben“ ist keine Dokumentation, sondern eine wahre Geschichte von zwei Rebellen des Jazz und vor allem des spießbürgerlichen Lebens. Es ist aber keine Skandal-Geschichte mit Exzessen und Drogen, es ist die Geschichte über die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dem, was wir alle in dem suchen, was unsere Leidenschaft ist: den einen, den besonderen Moment, den, an dem alles passt. An dem wir frei sind von allen Zwängen und allem entfliehen.
Doch man lauscht nicht nur einer reinen Lesung (denn es ist nicht wirklich ein Hörspiel sondern tatsächlich eine Lesung, auch wenn der Verlag dies anders bezeichnet), sie wird sehr aufgelockert durch viele längere oder kürzere Musikeinspielungen, die manchmal den Text unterbrechen, manchmal diesen unterlegen.
Man wird als Jazz-Liebhaber nicht viel neues lernen, zumindest wenn man den Begriff Free Jazz bereits kannte, aber man wird das Stück dennoch genießen, weil es die Sehnsucht und Leidenschaft der Musiker wundervoll sehr intensiv beschreibt.

Wer diese Geschichte einfach als Geschichte hören möchte, aber nicht den Jazz-Background hat, wird diese Intensivtät ebenfalls sehr schätzen, man wird die Sehnsucht verstehen können und den einen Moment ebenfalls mit durchleben, in dem alles stimmte und der Free Jazz erfunden wurde. Allerdings ist erfinden nicht der richtige Ausdruck, eigentlich floss er aus den beiden Jazz-Musikern einfach heraus und wurde nicht erfunden. Allerdings ist man als Nicht-Jazz-Kenner ein klein wenig gehandicapt, da nie erklärt wird, was Free Jazz eigentlich ist, ob die Stücke, die man zu Beginn hört, als von Free Jazz noch gar nicht gesprochen wird, bereits Free Jazz oder noch konventioneller Jazz ist, und ab wann es sich um Free Jazz handelt. Die reine Geschichte überzeugt weiterhin, aber die Einbindung in die Musik nicht, da man hier ein wenig allein gelassen wird. Gut wäre gewesen, wenn man zunächst dieses Stück genießen kann, ohne große Erklärungen, am Ende aber noch ein paar Worte zu diesen Themen gesagt wird, dann hätte man sich das Stück noch ein zweites Mal anhören können und hätte es noch einmal mit einem ganz anderen Bewußtsein wahr genommen. Dadurch wäre ein echter Mehrwert entstanden.

Rolf Becker überzeugt als Sprecher auf ganzer Linie. Er besitzt eine sehr markante Stimme, mit der er dem Stück seinen Stempel aufdrückt. Eine hervorragende Sprecherleistung.




(© echthoerbuch.de 05.05.2009)
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